Thomas Staack im Interview

autor-thomas-6Adventskalendertürchen Nummer 10

Name: Thomas Staack

Homepage: www.thomas-staack.de

Facebook-Seite: www.facebook.com/kinderfussballtrainer

Welches Buch stellst Du mir für den Adventskalender zur Verfügung?
„Schatten über Falkenstein“ (Amazon)

 

linie60Interview

Beschreibe Dich bitte in fünf Wörtern.
Engagiert, begeisterungsfähig, lebenslustig,  fußballverrückt und schreibbesessen

Beschreibe das von Dir zur Verfügung gestellte Buch in drei Sätzen.
Es ist schwer, über 400 Seiten in drei Sätzen zusammenzufassen, aber ich versuche es:
Der Fantasy-Roman „Schatten über Falkenstein“ erzählt die Geschichte des kleinen Nepomuk, der seine Heimat verlassen muss. Ziellos irrt er durch die Welt der Menschen, bis ihm ein Zauberbuch in die Hände fällt und eine Kette von Ereignissen auslöst, die ihn in ihren Bann ziehen. Mit neuen Freunden und neu entdeckten Fähigkeiten fasst er den Mut, sich der großen Bedrohung entgegenzustellen – dem Herrn der Finsternis.

Woher bekommst Du die Ideen für Deine Geschichten?
Meistens entwickeln sie sich aus meinen eigenen Erfahrungen und Erlebnissen, beeinflusst von meiner Umgebung, Freunden, aktuellem politischen oder historischen Geschehen. Manchmal habe ich beim Laufen einen mehr oder weniger geistreichen Einfall, wenn mein Hirn gerade durchgepustet wird.

Woher weißt Du wie Du eine Geschichte am besten aufbauen kannst?
Ich schreibe sehr unbekümmert und unkonventionell, oft sogar von Anfang bis Ende. Natürlich gibt es Lücken in der Geschichte, viele Episoden, die später eingefügt, angepasst oder ganz gestrichen werden müssen. Die Nachbearbeitung ist deshalb aufwendig. Ein bisschen chaotisch ist das sicherlich, und ich würde diese Arbeitsweise niemandem empfehlen. Aber so seltsam es klingt: Bei mir funktioniert das Schreiben auf diese Weise am besten.

Was macht eine Geschichte lebhaft?
Liebevoll beschriebene Figuren, in die sich der Leser hineinversetzen kann, gepaart mit einer dynamischen Handlung, die immer den Weg nach vorn sucht und sich nicht in übermäßigen Landschaftsbeschreibungen verliert.

Wie transportierst Du Gefühle und Stimmungen?
Ich arbeite viel mit Gestik und Mimik. Für mich sind das sehr ausdrucksstarke Regungen, die in Büchern das Innere der Figuren widerspiegeln, ähnlich wie im realen Leben.

Wie bekommt man einen persönlichen Schreibstil?
Letztlich durch Erfahrungen. Der Schreibstil prägt sich über die Jahre aus und verändert sich stark. Zumindest ist das bei mir so. Wenn ich lese, wie ich früher geschrieben habe, schlage ich manchmal die Hände über dem Kopf zusammen.

Wie lange brauchst Du für die Herstellung eines eigenen Buches?
Das war bei meinen drei Büchern bisher sehr unterschiedlich, letztlich ca. 1 – 2 Jahre.

Wieso schreibst und publizierst Du Bücher und/oder eBooks?
Ich mag beides – sowohl das elektronische Lesen als auch das gedruckte Werk. Ebooks sind unterwegs und beim nächtlichen Lesen praktisch, außerdem können sie preiswert angeboten werden. Aber ein Taschenbuch ist und bleibt etwas besonderes, vor allem wenn man es selbst geschrieben hat.

Was gefällt Dir am Beruf des Autors?
Meine Freiheit ist das Schönste daran. Ich kann schreiben, wenn ich Zeit habe, mich hetzt niemand und ich habe selten feste Fristen, es sei denn ich schreibe gerade Artikel und Trainingseinheiten für den DFB oder eine Fachzeitschrift. Da muss ich schon mit Abgabefristen arbeiten. Stress kommt zum Glück selten auf.

Findet man Dich in Autorenforen? Wenn ja, in welchen?
Ich bin eigentlich überall im Netz zu finden, ohne dass ich spezielle Websites hervorheben möchte.

Wer oder was hat Dich zum Schreiben gebracht?
Schreiben fand ich schon als kleiner Junge spannend. Im Studium habe ich viele Kurzgeschichten verfasst, aber den letzten Schubs hat mir meine Frau gegeben. Sie fand meine Kurzgeschichten „durchaus unterhaltsam“. Das hat mich so motiviert, dass ich unbedingt etwas für sie schreiben wollte. Und daraus entstand „Zwanzig Fässer westwärts“, mein Debüt-Roman.

Wenn Du nicht schreiben könntest, wie würdest Du Dich anderweitig (kreativ) ausleben?
Wahrscheinlich würde ich mich noch mehr im Kinderfußball engagieren, noch mehr Kids das Kicken beibringen und neue Trainingsformen entwickeln, die allen Spaß machen. Doch im Grunde mache ich das jetzt schon.

Welche Medien durchforstest Du vor dem Buch schreiben?
Ich recherchiere im Regelfall parallel zum Schreiben, ohne mich auf einzelne Medien zu beschränken. Meist sind das nur Teilaspekte der Handlung, die eigentlich Geschichte ist mein eigenes Hirngespinst.

Wie gemütlich ist Dein Schreibtisch eingerichtet?
Er ist ein wirres Chaos, auf dem sich alles um einen großen Monitor und eine klassische Tastatur stapelt – Zettel, Bücher, Stifte, DVDs, Kopfhörer. Dazu kommt noch in flexibler Stuhl. Ich finde meinen Arbeitsplatz sehr, sehr gemütlich.

Gibt es für Dich einen perfekten Schreibort?
Nicht wirklich. Ich nutze viele Gelegenheiten zum Schreiben und sitze nicht immer an meinem Schreibtisch. Oft schreibe ich am Tablet im Bett, auf der Couch, auf Reisen in der Bahn, sogar ab und zu im Wartezimmer vom Arzt.

In welchen Situationen könntest Du gar nicht schreiben?
Beim Spielen mit meinem Sohn. Da kann es allerdings passieren, dass er mich auf eine Idee bringt.

Wie gehst Du mit Rückschlägen um?
Ich versuche, daraus zu lernen. Man muss üben, Kritik und Niederlagen wegzustecken und sich selbst hinterfragen. Nur so kommt man im Leben weiter.

Wie sieht der Arbeitsalltag eines Schriftstellers aus?
Er ist eine bunte Mischung aus Grübeln, Tippen, Murren, Lachen, Haare raufen und Hände reiben – mit viel Kaffee und Schokolade.

Wann gilt ein Schreibtag für Dich als gelungen?
Das ist sehr unterschiedlich. Mir reicht es schon, wenn ich etwa ein Drittel einer Seite entworfen habe oder mir eine charmante Idee durch den Kopf spukt. Meine Projekte sind langfristig und entspannt angelegt, und ich bin insgesamt sehr zufrieden. Man sollte sich als Autor selbst nicht zu viel Druck machen, am Ende erreicht man damit wenig.

Was tust Du um eine Schreibblockade zu lösen?
Ich schreibe eine Weile nicht und nehme den Stress raus. Wenn ich Zeit mit meiner Familie verbringe, ein paar Filme gucke und die Seele baumeln lasse, löst sich das Problem von alleine. Es gibt Phasen, in denen ich gar nichts schreibe, und andere, in denen ich in einem „Flow“ von Seite zu Seite husch. Damit muss man umgehen lernen.

Wie verkaufst Du Deine Bücher?
Ich bin beim Self-Publishing-Verlag einer großen Buchhandlung.

Wie machst Du auf Deine Werke im Web aufmerksam?
Auf vielen Websites. Ohne großen Verlag muss man als Autor ein bisschen Marketing betreiben.

Was wünschst Du Dir von den Lesern?
Ich schätze Feedbacks und Rezensionen und freue mich immer, wenn Menschen meine Bücher lesen und mir ihre Meinung sagen. Mit Kritik kann ich gut leben und bemühe mich immer, daraus etwas für mich mitzunehmen.

Welche Taste an Deinem PC ist am meisten abgenutzt?
Die Taste für den Buchstaben A. Ich habe aber keine Ahnung warum.

In welchem Genre kann man Deine Werke finden?
Ich schreibe Krimis und Fantasy-Romane, außerdem ein bisschen Science-Fiction.

Welches Genre ist gar nichts für Dich? Und warum?
Rein erotische Romane könnte ich wohl nicht schreiben. Und auch keine Psychothriller und Horrorgeschichten, ich würde mich schon beim Schreiben zu Tode gruseln.

Wo liegt Deine Vorliebe (Genre) als Leser?
Genau in den Bereichen, in denen ich auch schreibe. Außerdem mag ich Kinderbücher und würde gern irgendwann selbst eines verfassen.

Was macht für Dich ein wirklich gutes Buch aus?
Für mich ist eine fesselnde Story das entscheidende Kriterium. Im Endeffekt werden Bücher daran gemessen, ob sie den Leser gut unterhalten, ganz abgesehen von ihrer sprachlichen Qualität. Und falsch ist das nicht.

Welche Ratschläge gibst Du jungen Autoren mit auf den Weg?
Schreiben ist ein wenig wie Fußballspielen: Man muss mutig am Ball bleiben und üben.

Planen oder drauflos schreiben?
Letzteres, einfach loslegen. Es gibt Menschen, die ihr Leben lang planen, und doch nie etwas davon umsetzen. Ich bin eher für das Handeln.

Welche Fehler darf man beim Schreiben auf keinen Fall machen?
Alle Fehler dürfen einmal gemacht werden. Wir sind Fehler dominierte Wesen, wichtig ist, dass wir aus ihnen lernen. Trotzdem gilt es, beim Schreiben Fehler zu minimieren, zum Beispiel sollte man darauf achten, dass man nicht die Erzählperspektive wechselt.

Wie steht Deine Familie zum Schreiben?
Meine Familie unterstützt mich sehr, insbesondere meine Frau liest jede Rohfassung. Sie ist mir allerdings dankbar, wenn sie denselben Entwurf nicht allzu oft lesen muss.

Mit welchem Protagonisten würdest Du nicht auf einer einsamen Insel stranden wollen und warum nicht?
Auf keinen Fall mit dem Herrn der Finsternis. Das könnte ein ziemlich düsteres Erlebnis werden.

Wärst Du gerne einer Deiner Charaktere, wenn ja welcher und warum?
In die Rolle von Lucas Weinberger würde ich schon einmal schlüpfen. Er ist ein bisschen wie ich, ein bisschen wie ich immer sein wollte und ein bisschen der Gegenentwurf zu mir, eine Mischung aus Held und Anti-Held, sozusagen die interessante charakterliche Grauzone – durchaus reizvoll.

Jetzt darfst Du noch sagen was Du schon immer mal los werden wollten – egal was:
Wir leben in einer Gesellschaft, in der Druck und Stress alltäglich geworden sind. Turbo-Abi, Power-Studium, Stress im Job, keine Zeit mehr für Freunde, Verwandte, Hobbys, soziales und politisches Engagement. Leute, das muss aufhören! Wir brauchen mehr Zeit und weniger Druck, denn ohne Zeit und Ruhe werden uns Kunst und Kreativität verloren gehen. Wir haben das selbst in der Hand, auch wenn wir gegen den Strom schwimmen müssen.

Vielen lieben Dank Thomas für Deine Zeit!
Ich wünsche Dir eine frohe und besinnliche Weihnachtszeit
und für das kommende Jahr 2017 viele gute Ideen, wie auch viel Erfolg!

linie60

5 Kommentare zu „Thomas Staack im Interview

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