Kathrin Schröder

leipzig-ichAdventskalendertürchen Nummer 11

Name: Kathrin Schröder

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Andere Seiten: Twitter: @SchroederKathrin & Instagram: @kathrinschroeder

Welches Buch stellst Du mir für den Adventskalender zur Verfügung?
Der magische Hauch (Amazon)

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Interview

Beschreibe Dich bitte in fünf Wörtern.
Lebendig, lebensfroh, chaotisch, liebenswert?

Beschreibe das von Dir zur Verfügung gestellte Buch in drei Sätzen.
Altbekannte Märchen aus Kindertagen, authentisch erzählt von Augenzeugenberichten. Mit wem teilt die Prinzessin von König Drosselbart all ihre Geheimnisse, welcher Vogel kennt Frau Holle persönlich und was haben Schmetterlinge mit Schneewittchen zu tun?

Woher bekommst Du die Ideen für Deine Geschichten?
Buch eins und zwei aus dem Lesen und Geschichtenerzählen, Buch drei ist mir zugestoßen.

Woher weißt Du wie Du eine Geschichte am besten aufbauen kannst?
Keine Ahnung ob ich das weiß, suche nach der Erzählstimme und lasse mich tragen. Wenn ich das Geschriebene lese, fühle ich ob da etwas zündet oder ob das Ganze für den Müll ist. Also sehr viel Lesen und das daraus gewonnene Sprachgefühl kritisch einsetzen.

Was macht eine Geschichte lebhaft?
Das wechselt, mal das Geschehen, mal die Beziehung der Person/en zur Geschichte und zueinander.

Wie transportierst Du Gefühle und Stimmungen?
Erzähle was geschieht oder den entsprechenden inneren Monolog genauso trocken wie im Alltag. Kommt im Allgemeinen gut an.

Wie bekommt man einen persönlichen Schreibstil?
Üben, üben, üben. Ich selbst bin eher Geschichtenerzähler als Autor. Meine erste Geschichte entstand mündlich ab ca. meinem neunten Lebensjahr und wurde nie aufgeschrieben. Bin mir nicht sicher, ob es inklusive aller vernichteten Schreibsel mehr erzählte oder mehr geschriebene Geschichten und Fragmente von mir gibt. Beim Geschriebenen achte ich auf meinen Ton und akzeptiere manche Korrekturen bewusst nicht, weil sie meinen Ton verwässern.

Wie lange brauchst Du für die Herstellung eines eigenen Buches?
Buch eins brauchte von der Idee bis zum Druck 30 Jahre, Buch zwei und drei erschienen im Abstand von je einem Jahr danach. Geschrieben habe ich Buch Drei in 6 Wochen, weitere 3 Monate gefeilt und ergänzt. Dann Gären, Korrektur usw. von der Idee bis zur Veröffentlichung 10 Monate.

Wieso schreibst und publizierst Du Bücher und/oder eBooks?
Geschichten habe ich immer erzählt, so lange ich denken kann. Mein erstes Buch sollte irgendwann einen Verlag finden und erscheinen. Vorab machte ich für meine Mutter zu Weihnachten 2014 ein Hörbuch (Einzelexemplar) daraus. Für die tolle Überraschung verriet ich nichts vom Buchprojekt. Oktober 2014 starb meine Mutter plötzlich und unerwartet. Sie hat nie etwas von meinen Buchideen gehört. Seit dem Tag lebe ich nach dem Motto: Irgendwann kann auch irgendwann zu spät sein.

Was gefällt Dir am Beruf des Autors?
Keine Ahnung, ich habe nicht den Beruf Autor, ich habe die Leidenschaft Geschichtenerzähler. Was das bedeutet sehe ich in Lesungen in den Gesichtern der Zuhörer.

Findet man Dich in Autorenforen? Wenn ja, in welchen?
Eher nein.

Wer oder was hat Dich zum Schreiben gebracht?
Ich lese seit ich es kann und erfinde Geschichten seit ich etwa 9 bin. Mit 14 begann ich im Kindergottesdienst Geschichten zu erzählen und war da wohl so gut, dass ich auf diversen Infotagen Vorträge über das kreative Erzählen halten durfte. Seit ich damals ins kalte Wasser geschubst wurde, traue ich mich auch öffentlich zu erzählen. Jahrzehntelang schrieb ich für die Schublade oder den Papierkorb bzw. für irgendwann. Der Rest s.o.

Wenn Du nicht schreiben könntest, wie würdest Du Dich anderweitig (kreativ) ausleben?
Mein Geschichten erzählen lebe ich z.B. auch als Prädikantin (ehrenamtliche Predigerin der evangelischen Kirche). Abgesehen davon, das würde sich finden. Und wenn gar nichts geht, lesen geht immer.

Welche Medien durchforstest Du vor dem Buch schreiben?
Hängt vom Thema ab. Buch eins „Frau Kain regt sich auf“ die Bibel, zum Thema Hintergrundliteratur gedruckt. Buch zwei „Der magische Hauch“, Märchen nach Grimms Märchen, Märchensammlungen online und offline, Hintergrunde zu alten Handwerkstechniken kannte ich. Buch drei „Danke, Fremde/r, für mein Leben“, die Geschichte meiner Lebertransplantation war in der ersten Version nur aus der eigenen Erfahrung geschrieben. Nach der Reha recherchierte ich alles was zu kriegen war, on- und offline für meine eigene Gesundheit, manches davon floss ins Buch ein. (Bücher, Online-Artikel, Doktorarbeiten, medizinische Seiten usw.)

Wie gemütlich ist Dein Schreibtisch eingerichtet?
Ungemütlich, Laptop, genug Licht, bequemer Stuhl, der Rest ist egal. Buch drei entstand in meinem Rehazimmer (2/3 davon) mit dem alten Laptop meiner Mutter.

Gibt es für Dich einen perfekten Schreibort?
Jeder Ort in dem ich Ruhe mit meinen Gedanken und ein Medium zum Aufschreiben habe.

In welchen Situationen könntest Du gar nicht schreiben?
Mich stört Musik mit kleinen Unterbrechungen komme ich hingegen klar. Manche Ideen habe ich schon im Auto in ein Notizbuch geschmiert.

Wie gehst Du mit Rückschlägen um?
Welche Rückschläge? Ernsthaft, da ich nie damit gerechnet habe, mehr als maximal kostendeckend mit meinen Büchern auszukommen, gibt es beim Schreiben und Vermarkten eigentlich nur Gewinnmomente. Ok, meine persönlichen Erfahrungen der letzten 2 Jahre spielen da auch rein – bin (aktuell noch unheilbar) krank, hatte als Folge eine Notfall-Lebertransplantation und sehr wenig Chancen das zu überleben. Da ist alles andere dagegen nur Sonnenschein, denn ich LEBE!

Wie sieht der Arbeitsalltag eines Schriftstellers aus?
Keine Ahnung, ich habe es noch nicht geschafft für mich den Arbeitsalltag eines Schriftstellers zu organisieren.

Wann gilt ein Schreibtag für Dich als gelungen?
Wenn etwas entstanden ist – entweder eine vorgegebene Anzahl Worte oder Zeichen geschafft oder eine oder mehrere Geschichten im ersten Entwurf fertig. Hängt von meiner Eigenmotivation ab.

Was tust Du um eine Schreibblockade zu lösen?
Um die zu erleben, müsste ich regelmäßiger täglich schreiben. Bisher habe ich nur dann geschrieben, wenn ich etwas zu sagen hatte und dabei hatte ich noch nie eine Blockade.

Wie verkaufst Du deine Bücher?
Außer den üblichen Verdächtigen Online gibt es meine Bücher online signiert bei www.fanzauber.de (Marktplatz für Bücher und Geschenke rund ums Buch), meine Märchen signiert bei www.bunte-hunde.de (Marktplatz für besondere Bücher direkt von den Autoren). Offline außer bei meinen Lesungen natürlich in meiner Salzgrotte in Düsseldorf oder wo immer man mich trifft.

Wie machst Du auf Deine Werke im Web aufmerksam?
Wo immer mir jemand hilft mit seiner Reichweite, beantworte ich gern Fragen, gebe auch Bücher für Rezensionen oder in Gewinnspielen an Blogger u.ä. Mache bei Neuerscheinungen Leserunden bei Lovelybooks, pflege meine Facebookseite (zu unregelmäßig) und meine Homepage und treibe mich unorganisiert bei Twitter und Instagram rum.

Was wünschst Du Dir von den Lesern?
Freue mich über jede – auch kritische – Rückmeldung. Bin immer noch dankbar für die riesige Zuwendung in meiner Krankheit und bin aktuell noch so unbekannt, dass ich sehr gern auch ins Gespräch komme. Kontaktmöglichkeiten auf der Homepage.

Welche Taste an Deinem PC ist am meisten abgenutzt?
Aktuell „Enter“

In welchem Genre kann man Deine Werke finden?
Kurzgeschichten, biblische und Märchen (Titel eins und zwei); Lebensbericht, bzw. Sachbuch (Titel drei)

Welches Genre ist gar nichts für Dich? Und warum?
Zum Schreiben Krimi und Liebe – Krimi ist in allen Versionen nichts für mich und geschriebene Liebesgeschichten langweilen mich oft. Die, die gut genug sind um mich nicht zu langweilen, könnte ich nicht schreiben.

Wo liegt Deine Vorliebe (Genre) als Leser?
Gut geschriebene Geschichten: Historisches, Fantasy, Science Fiction, Dystopien, Belletristik mit überzeugenden Personen, manchmal auch Sachbücher.

Was macht für Dich ein wirklich gutes Buch aus?
Ich komme anders raus, als ich rein gegangen bin.

Welche Ratschläge gibst Du jungen Autoren mit auf den Weg?
Schreibt etwas fertig, sucht einen Menschen, der nicht zu nahe steht und lasst den lesen. Wer zu nahe ist, ist entweder zu unkritisch oder zu überkritisch. Wenn der Erstleser positiv reagiert, dann könnt ihr anfangen aus der Geschichte ein Buch zu machen. Damit geht die Arbeit nämlich erst los.

Planen oder drauf los schreiben?
Bei den meisten Geschichten habe ich die Erzählstimme gründlich geplant und sie dann machen lassen. Den Prota zu gut kennen wie möglich und sich dann überraschen lassen.

Welche Fehler darf man beim Schreiben auf keinen Fall machen?
Zwei Fehler: 1. Es nicht zu tun oder es unfertig öffentich machen, also nicht ganz zu tun. 2. Wenn das Buchbaby raus ist, sich bei jeder Kritik oder Anmerkung selbst angegriffen zu fühlen. Normalerweise wird es nicht jeder lieben!

Wie steht Deine Familie zum Schreiben?
Mein Mann unterstützt mich und hat Buch drei mitgeschrieben, mein Schwager gibt den ersten Korrektor bevor ich die Profis ran lasse. Also die Familie meines Mannes unterstützt mich komplett.

Mit welchem Protagonisten würdest Du nicht auf einer einsamen Insel stranden wollen und warum nicht?
Dialektische Frage, mein einziger Protagonist, der ein ganzes Buch trägt, bin ich selbst. Und ich möchte nicht mit mir alleine auf einer einsamen Insel stranden. Denn aus medizinischer Sicht habe ich nach aktuellem Wissensstand dort keine Überlebenschance ohne meine Medizin in klimatisch angemessener Aufbewahrung.

Wärst Du gerne einer Deiner Charaktere, wenn ja welcher und warum?
Eines der Tiere aus meinem Märchenbuch, z.B. der Schmetterling. Der ist zeitlos, frei von Pflichten und hat eine ganz besondere natürliche Weisheit.

Jetzt darfst Du noch sagen was Du schon immer mal los werden wollten – egal was:
Danke an jeden Leser fürs Mitlesen, Mitträumen, Mithoffen, Mitbangen. Wenn ich überlege wie ihr einen Autoren glücklich machen könnt, schreibt eine (gern auch ganz kurze) Rezension, wenn euch ein Buch berührt. Denn das berührt uns, danke!

Vielen lieben Dank Kathrin für Deine Zeit!
Ich wünsche Dir eine frohe und besinnliche Weihnachtszeit
und für das kommende Jahr 2018 viele gute Ideen, wie auch viel Erfolg!

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