Katharina Münz im Interview

14947822_363267720684375_714774492195201341_nAdventskalendertürchen Nummer 24

Name: Katharina Münz

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Welches Buch stellen Sie mir für den Adventskalender zur Verfügung?
„Falkenherz – Bewährung der Schildmaid“ (Amazon)

weihlinie Interview

Beschreiben Sie Sich bitte in fünf Wörtern.
Authentisch, lebenserfahren, langzeitverliebt, Löwenmutter, Katzenmensch

Beschreiben Sie das von Ihnen zur Verfügung gestellte Buch in drei Sätzen.
Wie geht es weiter, wo Märchen enden, wenn das Paar gemeinsam in den Sonnenuntergang geritten ist? An der Seite ihres geliebten Falken warten unbekannte Herausforderungen auf die Schildmaid Melwyn, Schwierigkeiten, die sie nicht mit dem Schwert aus dem Weg räumen kann. „Falkenherz“ entführt – modern erzählt – in eine ferne Welt voller nordischer Magie, und ergründet gleichzeitig die zeitlose Frage nach der Kunst, die Liebe zueinander immer wieder neu zu entdecken.

Woher bekommen Sie die Ideen für Ihre Geschichten?
Dank der in Jahrzehnten angesammelten Lebenserfahrung, mit offenen Ohren, einem wachen Beobachtungssinn, dem Besuch unzähliger Museen und Ausstellungen sowie der Lektüre einer unüberschaubaren Masse an (Fach)Büchern hat sich in meinem Kopf ein „Bodensatz“ angesammelt, aus dem mein Unterbewusstsein ganz ohne mein aktives Zutun neue Ideen gebiert. Ich muss den Einfällen nur auf eine geordnete Weise eine Richtung vorgeben und dann aufschreiben, was die Figuren in meinem Kopf mit einflüstern.

Woher wissen Sie wie Sie eine Geschichte am besten aufbauen können?
Dabei vertraue ich vor allem auf meinen treusten Begleiter durch alle Höhen und Tiefen meines Lebens: meinem Bauch. Außerdem habe ich ein paar sehr verlässliche Probeleser, die mir recht geben, wenn ich gegen die Genre- und Marktkonventionen anschreibe (und die mich auf kleine Logikfehler oder Wortwiederholungen aufmerksam machen). Wenn es hinterher dann von Unbekannten Lob hagelt, erkenne ich, dass es gut ist, „frei Schnauze“ und nicht nach Rezept zu schreiben.

Was macht eine Geschichte lebhaft?
Ich als Leser mag an Büchern, dass man in diesem Medium anders als im Film oder Theater die Möglichkeit hat, in den Kopf eines anderen Menschen zu schlüpfen und nicht nur von außen auf ihn zu sehen. Dazu ist eine sehr große Nähe zum erzählenden Protagonisten nötig, wobei die Ich-Erzählerin in meinen Geschichten dank des Präsens weniger eine Erzählerin ist, denn eine Projektionsfläche, um ihre Abenteuer hautnah mit ihr zu erleben und ihre Gedankenvorgänge nachvollziehen zu können. Wenn die handelnden Figuren lebensecht agieren, dann ist man auf dem richtigen Weg als Autor.

Wie transportieren Sie Gefühle und Stimmungen?
So wenig ich auch sonst auf Schreibratgeber geben mag, „show, don’t tell“ („zeige und behaupte nicht“) ist mein Credo, sowie die oben bereits erwähnte innere Gedankenrede der mit-erleben-lassenden Protagonistin. Am Beispiel des Textausschnitts aus dem Klappentext meines aktuellen Buches „Falkenherz“ kann man es am besten zeigen: „Ich habe … vergessen“, dringt dumpf unter seinem dick gefütterten Wams hervor, als er es über den Kopf stülpt, und ich erstarre. Er hat … vergessen? Wen oder was hat er vergessen? Ich will es nicht wissen, aber es drängt sich auf, um wen es sich handelt: Um sie, von der er gerade zurückgekehrt ist. Das Schweigen um uns wächst wie das Wintereis am Rande eines Gewässers, als wir einander in die Augen sehen. Es tötet jedes Gefühl in mir ab, bis nur eines bleibt. Die Gewissheit, seine Liebe verloren zu haben. Zum Punkt „show, don’t tell“ kann man es selbst überprüfen. Welche Sätze transportieren mehr Gefühle und Stimmungen? „Wir sehen einander in die Augen. Unser Schweigen deprimiert mich und ich fühle mich hoffnungslos.“ oder „Das Schweigen um uns wächst wie das Wintereis am Rande eines Gewässers, als wir einander in die Augen sehen. Es tötet jedes Gefühl in mir ab, bis nur eines bleibt. Die Gewissheit, seine Liebe verloren zu haben.“

Wie bekommt man einen persönlichen Schreibstil?
Viel lesen, viel schreiben, Textkritik am besten innerhalb einer Schreibgruppe üben lassen – und dann genügend Arsch in der Hose besitzen, so zu schreiben, wie man fühlt.

Wie lange brauchen Sie für die Herstellung eines eigenen Buches?
Für „Falkenherz“ gab es ein erstes Arbeitsexposé im Herbst 2015. Die Rohfassung war im Frühjahr fertig, danach gab es mehrere Überarbeitungsgänge, ehe das Buch am 18. Oktober diesen Jahres erschienen ist. Ich hoffe, dass ich das nächste Buch etwas eher herausbringen kann.

Wieso schreiben und publizieren Sie Bücher und/oder eBooks?
Weil ich es muss. Zuerst war da nur der vage Wunsch, mal ein Buch in Händen halten zu können, das genau so geschrieben ist, wie ich es mag. Aber nachdem die Figuren in meinem Kopf erst einmal zum Leben erwacht waren, haben die das Kommando übernommen.

Was gefällt Ihnen am Beruf des Autors?
Man ist in gewisser Weise wieder Kind, denn man schlüpft in fremde Kleider und spielt ganz andere Leben.

Findet man Sie in Autorenforen? Wenn ja, in welchen?
Nein. Ich bin auf Facebook in einigen Autorengruppen, aber das Autorenforum, das mir am meisten weitergeholfen hat, die „Schreibwerkstatt“, gibt es leider nicht mehr.

Wer oder was hat Sie zum Schreiben gebracht?
Wie oben erwähnt, war da zunächst der Wunsch nach einem Buch, das genau so ist, wie ich es mir wünsche.

Wenn Sie nicht schreiben könnten, wie würden Sie Sich anderweitig (kreativ) ausleben?
Sicherlich. Ich habe zum Beispiel die Cover von „Weihnachten auf Luxulyan“ und „Falkenherz“ selbst gestaltet. Früher habe ich sehr viel genäht, gestrickt nach eigenen Entwürfen, meinen Garten angelegt und gehandwerkert. Aber irgendwann ist alles fertig gestaltet gewesen.

Welche Medien durchforsten Sie vor dem Buch schreiben?
Wie oben bereits am Rande erwähnt steht hinter den Büchern mit „Wikingern im Herzen“ die jahrzehntelange Recherche in Ausstellungen, (Freilicht)Museen, der Lektüre von unzähligen Fachbüchern und der Austausch mit Experten.

Wie gemütlich ist Ihr Schreibtisch eingerichtet?
Überhaupt nicht.  Dank Notebook schreibe ich an wechselnden Orten, was meiner Inspiration sehr zugutekommt.

Gibt es für Sie einen perfekten Schreibort?
Auf der Terrasse des (leider nur angemieteten) Ferienhauses mit Blick aufs Ijsselmeer.

In welchen Situationen könnten Sie gar nicht schreiben?
Bei Lärm.

Wie gehen Sie mit Rückschlägen um?
Ich zitiere Zsa Zsa Gabor: Wenn ein Mann zurückweicht, weicht er zurück. Eine Frau weicht nur zurück, um besser Anlauf nehmen zu können.

Wie sieht der Arbeitsalltag eines Schriftstellers aus?
Leider wird viel zu viel Zeit durch notwendige Werbeaktionen verschlungen, auf die man auch als Verlagsautor nicht verzichten kann. Ansonsten sind jene Stunden am schönsten, wenn man aufs blanke Worddokument schreiben kann, überarbeiten ist zäher (aber unbedingt notwendig!)

Wann gilt ein Schreibtag für Sie als gelungen?
Wenn meine Figuren mich in der Nacht darauf schlafen lassen, weil sie zufrieden sind mit dem, was ich geschrieben habe.

Was tuen Sie um eine Schreibblockade zu lösen?
Bisher – ich klopfe Sicherheitshalber auf Holz – hatte ich noch keine echte Schreibblockade.

Wie verkaufen Sie ihre Bücher?
Mein Debüt „Die 13. Jungfrau“ ist in einem Kleinverlag erschienen, inzwischen veröffentliche ich als Selfpublisher.

Wie machen Sie auf Ihre Werke im Web aufmerksam?
Ich betreibe einen Autorenblog, ich bin auf Facebook aktiv, twittere und poste auf Instagram Fotos. Auf meine Bücher mache ich durch möglichst abwechslungsreiche Beiträge auf diesen Kanälen aufmerksam.

Was wünschen Sie Sich von den Lesern?
Feedback. Es muss gar keine ausführliche Rezension sein, ein „Das Buch hat mir (nicht) gefallen, weil … Die Charaktere sind lebensecht/sympathisch/gekünstelt/langweilig erzählt. Ich würde das Buch (nicht) weiterempfehlen.“ (Nichtzutreffendes weglassen) reicht völlig aus. Insbesondere Amazon, das mit Selfpublishern am freundlichsten umgeht, belohnt zahlreiche Rezensionen mit größerer Sichtbarkeit.

Welche Taste an Ihrem PC ist am meisten abgenutzt?
Die Leertaste.

In welchem Genre kann man Ihre Werke finden?
Auf Amazon unter den Rubriken Fantasy & Science Fiction > Fantasy > Mythen und Legenden > Nordisch sowie Liebesromane > historische Romantik > Wikinger

Welches Genre ist gar nichts für Sie? Und warum?
Ich werde ganz sicher nie einen Krimi schreiben, weil es viel zu viele sehr gute Krimiautoren gibt, die mir größtes Lesevergnügen schenken, wie Rita Falk, Minck&Minck, Lotte Minck, Martina Kempff und die Krimi Cops (um nur die ersten fünf zu nennen, die mir einfallen).

Wo liegt Ihre Vorliebe (Genre) als Leser?
Am liebsten lese ich die Werke meiner Kollegen aus meiner Schreibgruppe zur Probe, die sehr unterschiedliche Genres bedienen. Dadurch hat sich mein Horizont sehr erweitert.

Was macht für Sie ein wirklich gutes Buch aus?
Wenn es in der Lage ist, mich von meinem Sofa wegzubeamen in eine fremde Welt, Zeit und in einen anderen Kopf.

Welche Ratschläge geben Sie jungen Autoren mit auf den Weg?
Suche dir eine Schreibgruppe zusammen, indem du dich als Testleser anbietest und denjenigen Autoren, deren Stil dir zusagt, einen Austausch auf Gegenseitigkeit vorschlägst.

Planen oder drauflos schreiben?
Sowohl als auch. Meine Bücher entstehen in der Regel durch eine von der Leber weggeschriebenen Szene (die sich durchaus auch in der Mitte des Manuskripts befinden kann), danach wird ein Arbeitsexposé gezimmert und sich daran entlang durch den Plot gehangelt.

Welche Fehler darf man beim Schreiben auf keinen Fall machen?
Auf das regelmäßige Erstellen einer Sicherungskopie (und zwar an mehrfachen Orten, sowohl ausgedruckt, als auf Stick/Festplatte wie in der Cloud) zu verzichten.

Wie steht Ihre Familie zum Schreiben?
Mein Familie ist stolz auf mich.

Mit welchem Protagonisten würden Sie nicht auf einer einsamen Insel stranden wollen und warum nicht?
Auf gar keinen Fall mit Childeric aus meinem nächsten Projekt mit dem Arbeitstitel „Die Magd“. Der Mann ist ein Albtraum. Im Wortsinne.

Wären Sie gerne einer Ihrer Charaktere, wenn ja welcher und warum?
Nein, ich bin ehrlich gesagt sehr froh, heute und hier zu leben. Im Frühmittelalter – wo ich mich schreiberisch herumtreibe – wäre ich „dank“ eines Blinddarmdurchbruchs nämlich nur 12 Jahre alt geworden.

Jetzt dürfen Sie noch sagen was Sie schon immer mal los werden wollten – egal was:
Die Welt braucht Schildmaiden und keine Fürstentöchter.

Vielen lieben Dank Frau Münz für Ihre Zeit!
Ich wünsche Ihnen eine frohe und besinnliche Weihnachtszeit
und für das kommende Jahr 2017 viele gute Ideen, wie auch viel Erfolg!

weihlinie

27 Kommentare zu „Katharina Münz im Interview

  1. So ein schöner Adventskalender, und ein letztes abwechslungsreiches Interview. Vielen Dank für die Mühe und die schönen Momente, die du uns beim Lesen beschert hast.

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  2. Das vierundzwanzigste Türchen geht an: Verina Hacheney. Herzlichen Glückwunsch liebe Verina. Katharina Münz würde sich sicher über eine Rückmeldung freuen. 😉 Alle restlichen Pakete gehen am Dienstag zur Post. 😊

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