Alexis Nagy im Interview

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Name: Alexis Georg Nagy

Homepage:

Facebook-Seite:
www.facebook.com/WardazBook

Welches Buch stellst Du mir für den Adventskalender zur Verfügung?
Meinen Debütroman “Wardaz”, den ich als Selfpublisher im Mai 2016 zuerst über Amazon veröffentlicht habe und jetzt auch als Printversion auflegen lasse. (Amazon)

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Interview

Beschreibe Dich bitte in fünf Wörtern.
Introvertierter Träumer, Pferdemensch, alte Seele.

Beschreibe das von Dir zur Verfügung gestellte Buch in drei Sätzen.
Wardaz ist ein Fantasyroman, der im Frühmittelalter spielt und sich an historischen Gegebenheiten orientiert, wie z.B. dem Alltagseben der Menschen der Zeit, üblicher Kleidung und Standesunterschieden, dem Übergang von den Resten der heidnischen Rituale hin zur Christianisierung, Konflikten zwischen Nachbarn. Vor diesem Hintergrund stehen die Protagonisten, Angehörige einer Gruppe göttlicher Wesen, die einst die Welt erschaffen haben, durch das Handeln  ihre eigenen Schöpfung aber ihre Macht verloren haben. Sie stürzen zerstritten in einen Krieg, den sie nicht beenden können und leben seitdem in menschlicher Gestalt auf dieser Welt und hadern mit sich selbst.

Woher bekommst Du die Ideen für Deine Geschichten?
Meine Inspiration ziehe ich von dort draußen, aus der Natur, aus meinem Erleben, aus meiner Beobachtung der Welt. Und von dort drinnen, von der Welt in mir, aus meinen Träumen am Tag und in der Nacht, aus der Beschäftigung mit der Geschichte und aus unzähligen Stunden mit Feder, Tinte und Papier.

Woher weißt Du wie Du eine Geschichte am besten aufbauen kannst?
Das weiß ich nicht. Wenn ich kann, dann versuche ich nicht, alles im Detail zu planen, sondern lasse die Geschichte einfach leben. Am Anfang habe ich eine grobe Idee im Kopf, schreibe sie nieder. Dann nehme ich diese Idee immer dorthin mit, wo ich hingehe. Und lasse meine Charaktere für mich arbeiten.

Was macht eine Geschichte lebhaft?
Für mich sind das die Protagonisten, ihre komplexen Charaktere, ihre Widersprüche, ihre Herkunft und Geschichte. Das bedeutet für mich auch, daß es keine Profilkarten der Protagonisten gibt, wo drauf steht, wer sie sind und was sie tun und wie sie handeln. So etwas kann es nur schwer für jeden von uns geben, und entsprechend denke ich nicht, daß es so etwas in einer lebhaften Geschichte geben kann.
Dann ist mir noch die Tiefe der Welt wichtig. Was ich damit meine sieht man beeindruckend an Tolkiens Werk. Hinter seinen Geschichten steht eine Welt, sie so tief ist, daß sie wesentlich mehr Seiten füllt, als die bekannten Bücher zusammen.

Wie transportierst Du Gefühle und Stimmungen?
Da erinnere ich mich an ein Erlebnis in meiner Schulzeit, wir hatten eine Autorin zu Gast. Sie hat uns erklärt, daß Autoren eben nicht so auf Stilmittel achten würden, wie uns die Deutschlehrer das interpretieren lassen. Für mich war das damals nicht richtig und ist es auch heute nicht. Ich glaube, daß neben dem, was in Worten steht, auch viel daran steht, wie sie verwendet werden.

Wie bekommt man einen persönlichen Schreibstil?
Tipps zum Schreiben lesen und sie dann ignorieren.

Wie lange brauchst Du für die Herstellung eines eigenen Buches?
Das ist für mich schwer zu sagen, da ich nicht hauptberuflich und Vollzeit schreibe. Für das erste Buch habe ich zwei Jahre gebraucht, wobei der größte Teil binnen drei Monaten entstanden ist. Wenn ich meine derzeitige Geschwindigkeit zu Grunde lege, dann denke ich, daß es etwa ein Jahr dauern wird, bis ich das zweite Buch fertig habe.

Wieso schreibst und publizierst Du Bücher und/oder eBooks?
Wie bei so vielen ist es schon immer ein Traum gewesen – oder einer von vielen Träumen – der Welt in mir drin Raum zu geben. Nach meiner Schulzeit wären das am ehesten Photographie, Journalismus oder Archäologie gewesen. Damals habe ich auch schon viel geschrieben, aber nur für mich selbst. Irgendwann kam dann der Punkt, an dem ich mir gesagt habe, ich möchte das ändern. Ich möchte mich öffnen, möchte verändern und gestalten, die Welt in mir freilassen und meine Leidenschaft leben. Wenn ich schreibe, mich mit Geschichte befasse, dann fühle ich mich lebendig, frei, finde zu mir. Das ist mir sehr wichtig.

Was gefällt Dir am Beruf des Autors?
Um das zu beantworten, müßte ich mich mehr als Autor fühlen. Oder für mich klären, ob ich das als meinen Beruf erachte. Im Moment ist das noch nicht so, auch wenn ich das gerne als meine Berufung sehen will. In dem Sinne ist das, was mir daran gefällt, die Freiheit – wieder wie oben – die Welt in mir in die Freiheit zu entlassen.

Findet man Dich in Autorenforen? Wenn ja, in welchen?
Aktuell nicht, nein.

Wer oder was hat Dich zum Schreiben gebracht?
Faust. Ich liebe den Faust, seine Komplexität, seine Tiefe, die Sprache, die Goethe verwendet hat. In Doktor Faust erkenne ich mich wieder, finde seinen Drang in mir, die Welt zu erkunden, zu erleben, doch gleich zu zerstören, zu verwünschen, zu verteufeln. Die Zerrissenheit, die zwei Seelen in einer Brust sind es, die mich angetrieben haben.

Wenn Du nicht schreiben könntest, wie würdest Du Dich anderweitig (kreativ) ausleben?
Das wäre die Photographie. Ich bin praktisch mit einer Kamera in der Hand aufgewachsen. Habe das aber aus Zeitgründen größtenteils aufgegeben.

Welche Medien durchforstest Du vor dem Buch schreiben?
Vor und während, besser gesagt. Ich suche und lese wissenschaftliche Abhandlungen über das Mittelalter, über Personen, Orte und Geschehnisse.

Wie gemütlich ist Dein Schreibtisch eingerichtet?
Einen Schreibtisch nutze ich nicht, bzw. der ist mehr Ablageort. Im Moment sitze ich auf einem Sessel vor dem Ofen. Oft sitze ich am Küchentisch oder an anderen Stellen im Haus, bei gutem Wetter draußen am Tisch. Ich wandere für meine Arbeit.

Gibt es für Dich einen perfekten Schreibort?
Nein. Das ist abhängig von der aktuellen Laune und dem Wetter.

In welchen Situationen könntest Du gar nicht schreiben?
Wenn ich unter Stress bin und zu viele Gedanken im Kopf habe. Dann bin ich blockiert, finde keine Ruhe.

Wie gehst Du mit Rückschlägen um?
Was ist das? Das Wort ist mir unbekannt!
Ich ignoriere das. Wenn ich regelmäßig in die Verkaufszahlen schauen würde, wann wäre das nur so frustrierend, daß ich nicht schreiben würde. Siehe: In welchen Situationen kannst Du gar nicht schreiben.
Rückschläge gibt es in dem Sinne nicht. Ich muß nicht vom Schreiben leben. Das können wohl auch nur sehr wenige Autoren. Also blicke ich auf das, was positiv ist und ziehe das Beste daraus.

Wie sieht der Arbeitsalltag eines Schriftstellers aus?
Da müsste ich mal rumhören, was Schriftsteller so tun. Wie sieht denn der Arbeitsalltag eines Bloggers aus?
Ernsthaft, das unterscheidet sich sicher um Welten. Mein Arbeitsalltag ist in der IT. In der Freizeit schreibe ich, wenn mich das restliche Leben läßt.

Wann gilt ein Schreibtag für Dich als gelungen?
Ein Tag, an dem ich Schreiben konnte, ist immer ein gelungener Tag!

Was tust Du um eine Schreibblockade zu lösen?
Das ist unterschiedlich. Manchmal gehe ich ausreiten, suche mir Inspiration. Oder ich lese mich in das zuletzt geschriebene ein, sehe meine Notizen durch oder trinke ein Glas Wein, das hilft manchmal auch.

Wie verkaufst Du Deine Bücher?
Als Selfpublisher. Den Weg über Verlage habe ich gemieden, aber auch keine Erfahrungen, also auch keine schlechten, damit gemacht.

Wie machst Du auf Deine Werke im Web aufmerksam?
Das ist eine große Schwäche von mir. Ich müßte sicher mehr tun, bin aber von Grund auf ein eher zurückhaltender Mensch und dränge mich ungern auf. Ich versuche über soziale Medien in Kontakt mit Menschen zu kommen, die gerne lesen.

Was wünschst Du Dir von den Lesern?
Feedback. Kommuniziert mit mir, sagt mir, was euch gefällt, was euch nicht gefällt, was ich tun kann, um euren Tag schöner zu machen.

Welche Taste an Deinem PC ist am meisten abgenutzt?
Jetzt hab ich lange auf meine Tastatur geschaut, das MacBook ist jetzt über vier Jahre alt. Leider ist die Schrift darauf noch immer auf allen Tasten gleich gut zu erkennen. Eine kleine Stelle auf der Leertaste glänzt aber etwas mehr als die anderen.

In welchem Genre kann man Deine Werke finden?
Fantasy, historische Fantasy. Die Erzählung spielt im 9. Jahrhundert in Südwestdeutschland.

Welches Genre ist gar nichts für Dich? Und warum?
Gar nicht vorstellen kann ich mir, Krimis oder Thriller zu schreiben. Zu dem Genre habe ich keinen Zugang und lese es auch nicht.

Wo liegt Deine Vorliebe (Genre) als Leser?
Selbst lese ich relativ wenig Belletristik, habe dann aber kein festes Genre, das ich bevorzuge.

Was macht für Dich ein wirklich gutes Buch aus?
Wenn ich merke, daß der Autor sich auskennt und erlebt hat, worüber er schreibt.

Welche Ratschläge gibst Du jungen Autoren mit auf den Weg?
Nun, ich bin ein junger Autor. Ich nehme also gerne Ratschläge an! 😉

Planen oder drauflos schreiben?
Bevor ich schreibe entwerfe ich eine Grundidee, die ich nach und nach verfeinere. Der Plan kann sich aber im Lauf des Schreibens auch ändern, dann muß ich manchmal auch etwas älteres verwerfen oder anpassen.

Welche Fehler darf man beim Schreiben auf keinen Fall machen?
Das Schreiben unterlassen.

Wie steht Deine Familie zum Schreiben?
Soweit ich das mitbekomme ist da der übliche elterliche Stolz auf das Kind.

Mit welchem Protagonisten würdest Du nicht auf einer einsamen Insel stranden wollen und warum nicht?
Spontan fallen mir da Gollum oder Stephen King’s Es ein. Aus offensichtlichen Gründen.

Wärst Du gerne einer Deiner Charaktere, wenn ja welcher und warum?
Da in jedem Charakter etwas von mir steckt, bin ich jeder meiner Charaktere.

Jetzt darfst Du noch sagen was Du schon immer mal los werden wollten – egal was:
Sucht euch mehr deutsche Autoren raus, wenn ihr Bücher kauft. Aktuell stammen nur 30% der in Deutschland verkauften Bestseller aus deutscher Feder.

Vielen lieben Dank Alexis für Deine Zeit!
Ich wünsche Dir eine frohe und besinnliche Weihnachtszeit
und für das kommende Jahr 2017 viele gute Ideen, wie auch viel Erfolg!

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8 Kommentare zu „Alexis Nagy im Interview

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