Andreas Kohn

Portrait Adventskalendertürchen Nummer 08

Name: Andreas Kohn

Homepage: www.andreaskohn-autor.de

Facebook-Seite: www.facebook.com/AndreasKohnAutor/

Welches Buch stellst Du mir für den Adventskalender zur Verfügung?
Ich stelle zwei Prints und zwei eBooks von NEOCHRON zur Verfügung. (Amazon)

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Interview

Beschreibe Dich bitte in fünf Wörtern.
Chaotisch, unkonzentriert, lieb, ausdauernd, niemalsaufgebend.

Beschreibe das von Dir zur Verfügung gestellte Buch in drei Sätzen.
Ein Zeitreisender gelangt eher versehentlich in das Jahr 1929. Weil er weiß was kommt und keine Chance auf eine Rückkehr existiert, sucht er sich Mitstreiter, die ihm helfen sollen das zu verhindern. „Eine zweite Chance“ ist der erste Teil der NEOCHRON-Trilogie.

Woher bekommst Du die Ideen für Deine Geschichten?
Muss ich nur abrufen. Zeitweise schwirren mir die Ideen so vieler Geschichten im Kopf herum, dass ich manchmal nicht weiß, welche als nächste realisiert werden will.

Woher weißt Du wie Du eine Geschichte am besten aufbauen kannst?
Am Anfang schreibe ich einfach drauf los. Nach spätestens drei Kapiteln weiß ich, ob es sich lohnt weiterzumachen. Dann beginne ich grob die verschiedenen Handlungsebenen mit Kapitelnummern an das Ende des Textes zu hängen. Das hilft etwas in der Spur zu bleiben. In gewisser Weise ähnelt das der Schneeflockenmethode, weil da natürlich immer noch das eine oder andere Kapitel zusätzlich eingefügt werden muss. Aber eigentlich mache ich mir selten einen Kopf darum.

Was macht eine Geschichte lebhaft?
Spannung. Erreicht man am besten durch einen Wechsel der Handlungsebene just in dem Moment, wenn etwas Wichtiges passiert ist. Man nennt das auch Cliffhanger. 😉 Sollte man natürlich keinesfalls übertreiben.

Wie transportierst Du Gefühle und Stimmungen?
Ich lasse meine Protas laut denken.

Wie bekommt man einen persönlichen Schreibstil?
Ich bin ein großer Fan von David Webers »Honor Harington«-Reihe. Ich liebe diese Halbseiten langen Bandwurmsätze und eiferte ihm immer darin nach. Allerdings habe ich recht schnell gemerkt, wie schwer es ist trotzdem einen gewissen Schwung beizubehalten. Deshalb habe ich mich davon überzeugen lassen dieser Unsitte abzuschwören. Trotzdem kann ich es manchmal einfach nicht lassen.

Wie lange brauchst Du für die Herstellung eines eigenen Buches?
Da ich mich all zu leicht ablenken lasse, viel zu lange. Die monatlich erschienenen sechs Bände von »STERNENREICH – Rebellen des Imperiums« hatten zwischen 70 und 100 Seiten. Dafür habe ich jeweils drei Wochen gebraucht. An den etwa 300 Seiten von »NEOCHRON – Eine zweite Chance« habe ich dagegen alles in allem fast zwei Jahre gesessen. War aber auch mein Erstling. Die beiden Folgebände mit ähnlichem Umfang dagegen waren nach jeweils drei Monaten soweit. Man kann also sagen, 100 Taschenbuchseiten brauchen etwa einen Monat.

Wieso schreibst und publizierst Du Bücher und/oder eBooks?
Weil es Spaß macht und weil ich es gerne lese, wenn meinen Lesern meine Schreibe gefallen hat.

Was gefällt Dir am Beruf des Autors?
Beruf würde ich es in meinem Fall nicht nennen. Ich bin Selbstständiger Unternehmer mit einem Fotofachgeschäft. Schreiben ist für mich eher Hobby und Ausgleich vom Berufsalltag. Letzteres wäre dann also die perfekte Antwort.

Findet man Dich in Autorenforen? Wenn ja, in welchen?
Auf Facebook bei all den üblichen Verdächtigen. Meine liebste Gruppe ist allerdings die feine aber für mein Thema hochkarätig besetzte Gruppe »Science Fiction und Endzeit (Bücher und E-Books)« die von Giusy Ame aka M.J. Coletti betreut wird. Hier herrscht ein wirklich gepflegter Umgangston.

Wer oder was hat Dich zum Schreiben gebracht?
Das ist wirklich schon sehr lange her. Ende der 70er Jahre, der Prä-Facebook-Ära, war das sogenannte SF-Fandom geprägt von unzähligen Fanzines in Kleinstauflage. Wollte man so etwas für seinen Club selber herausbringen, MUSSTE man einfach etwas schreiben, um die manchmal nur 12 Seiten zu füllen. Das Interesse ebbte mit zunehmenden Alter zwar ab. Aber als es möglich wurde seine eigenen Texte einem größeren Publikum darzubieten, brach das Virus prompt wieder aus.

Wenn Du nicht schreiben könntest, wie würdest Du Dich anderweitig (kreativ) ausleben?
Ich würde vermutlich wieder mehr fotografieren und zeichnen.

Welche Medien durchforstest Du vor dem Buch schreiben?
Für die NEOCHRON-Bände, die ja ab 1929 spielen, habe ich sehr viel recherchiert. Das meiste natürlich über das Internet. Aber speziell für Band 1 auch in ein paar zeitgenössischen Büchern. »Emil und die Detektive« zum Beispiel habe ich kurz hintereinander mehrfach gelesen. Vor allem wegen der Suche nach typischen Redewendungen.

Wie gemütlich ist Dein Schreibtisch eingerichtet?
Normalerweise ist mein Schreibtisch »Chaos pur«. Das ändert sich gerade etwas. Es liegt zwar immer noch eine Menge Zeug herum. Aber wenigstens sehe ich jetzt mein Maus-Pad wieder.

Gibt es für Dich einen perfekten Schreibort?
Steht und fällt mit der Sitzgelegenheit. Ich sitze gerne im Schneidersitz auf einem Bürostuhl. Den dafür passenden findet man allerdings nur bei mir Zuhause, in meinem Büro.

In welchen Situationen könntest Du gar nicht schreiben?
Wenn meine Frau neben mir am zweiten Arbeitsplatz sitzt.

Wie gehst Du mit Rückschlägen um?
Welche Rückschläge? 😉 Nein. Scherz beiseite. Als AMAZON mir fünf Rezensionen einer Leserin verweigert hat, war ich aufgebracht. So richtig doll. Die waren so Klasse geschrieben, dass einem das Herz aufgehen konnte. Leider hat die Rezensentin die Rezis für die STERNREICH-Bände 1 bis 5 unmittelbar nacheinander eingestellt, was Amazon vermuten ließ, sie wären gekauft. Aber ansonsten bin ich leidensfähig. Es ist, wie es ist.

Wie sieht der Arbeitsalltag eines Schriftstellers aus?
7:30 Uhr aufstehen
9:00 bis 18:00 Uhr im Geschäft
19:00 bis 22:00 Uhr gehören der Ehefrau
22:00 bis 1:00 Uhr schreiben

Wann gilt ein Schreibtag für Dich als gelungen?
Wenn ich es geschafft habe, mehr als nur drei Sätze in den Computer zu tippen.

Was tust Du um eine Schreibblockade zu lösen?
Ich beschäftige mich einfach eine Zeitlang mit völlig anderen Dingen. Man kann nichts erzwingen. Meist vergehen diese Phasen von ganz alleine.

Wie verkaufst Du deine Bücher?
Anfangs über ePubli. Der Erfolg war aber, verglichen mit den jetzigen Zahlen, eher bescheiden. Erst als ich zu kdp gewechselt bin, zogen die Verkaufszahlen an. Richtig los ging es dann aber mit dem Erscheinen von KAISERKIND aus der STERNENREICH-Reihe. Die 6 Bände kommen mittlerweile auf etwas über 2000 Leser.

Wie machst Du auf Deine Werke im Web aufmerksam?
Ich habe mehrere Buchtrailer gemacht, kleine animierte Filmchen die in den verschiedenen Werbegruppen rauf und runter gelaufen sind. Das A und O sind aber FB-Freunde, die den Beiträgen die entsprechende Relevanz durch Likes oder Kommentare verleihen. Dann natürlich meine Autorenseite im Blog-Stil. Und ganz wichtig, die Autoren-Seite bei Amazon selbst.

Was wünschst Du Dir von den Lesern?
Mehr Rezensionen. Ich habe zwar nichts gegen das zusätzliche Taschengeld durch die Verkäufe. Aber ich würde auf den größten Teil davon verzichten, wenn mehr Leser mir ihre Meinung zu meinen Texten mitteilen würden. Trotz der insgesamt über 2700 verkauften bzw. gelesenen Bücher kann ich gerade mal mit knapp 40 Rezis aufwarten. Die sind zwar fast durchweg positiv. Aber meine Motivation ziehe ich zu einem Gutteil aus Kommentaren. Dabei ist es fast egal, ob sie Positiv oder Negativ ausfallen. Solange sie nur gerechtfertigt sind.

Welche Taste an Deinem PC ist am meisten abgenutzt?
Die »Entfernen«-Taste, gefolgt vom Cursor nach links.

In welchem Genre kann man Deine Werke finden?
Hauptsächlich Science Fiction. Im Moment versuche ich mich allerdings auch an einem Zombie-Roman.

Welches Genre ist gar nichts für Dich? Und warum?
Fantasy und Romance. Weil ich mit SF aufgewachsen bin. Ich hab allerdings auch nichts gegen andere Sparten. Jedem das seine.

Wo liegt Deine Vorliebe (Genre) als Leser?
Auch hier, eindeutig im Bereich SF. David Webers Honor Harrington hatte ich schon erwähnt. Dann bin ein Fan-Boy von Dirk van den Booms Tentakel- und Kaiserkrieger-Romanen. Ansonsten komme ich, seit ich schreibe, nur noch wenig zum Lesen.

Was macht für Dich ein wirklich gutes Buch aus?
Wenn ich es zuschlage und denke, wann kommt wohl die Fortsetzung?

Welche Ratschläge gibst Du jungen Autoren mit auf den Weg?
Einfach machen. Die ganzen Selbstzweifel mal außen vor lassen. Die Chance, dass man ein zweiter Chandler, Weber und King wird, mag gering sein. Aber wenn man etwas zu erzählen hat, dann sollte man das auch tun. Selbst, wenn es nur für einen selbst ist.
Zwei ganz wichtige Punkte sind aber auch Lektorat oder wenigstens ein Korrektorat und ein professionell gestaltetes Cover. Letzteres bringt überhaupt erst Leute dazu euer Buch eine Chance zu geben. Und ein professionell korrigierter Text wahrt euch die Chance auf einen zweiten Versuch.
Natürlich kostet das Geld. Vor allem Lehrgeld. Ich selbst habe auch erst gedacht, dass man sich die Ausgaben sparen kann. Kann man nicht. Wirklich. Kann man nicht, wenn man auch nur eine winzig kleine Chance auf Erfolg haben will.

Planen oder drauf los schreiben?
Drauf los schreiben.

Welche Fehler darf man beim Schreiben auf keinen Fall machen?
Drauf los schreiben und hoffen, dass man ohne Planung bis zum Ende kommt. Sobald die Handlung etwas komplexer wird, kommt man um eine zumindest grobe Planung nicht mehr herum. Skizzen für Örtlichkeiten, Charakter-Sheets und wenigstens ein paar Kapitel-Beschreibungen der kommenden Highlights bis zum Ende. Die sind dann auch wie Meilensteine. Hat man wieder einen geschafft, freut man und motiviert sich für den Rest.

Wie steht Deine Familie zum Schreiben?
Meine Frau ist Vielleserin und hat auch bereits einige meiner Bücher gelesen. Sie ist meine schärfste Kritikerin. Sie gibt mir die Zeit zu schreiben und das ist das wichtigste. Ansonsten ist der engere Freundeskreis immer ganz hin und weg vor Bewunderung.

Mit welchem Protagonisten würdest Du nicht auf einer einsamen Insel stranden wollen und warum nicht?
Da muss ich etwas spoilern, weil Marvin Foley erst in NEOCHRON – Band 2 – Tablet-Schach seinen ersten Auftritt hat. Arroganz ist etwas, dass ich nicht ausstehen kann. Und der Kerl ist der Gipfel der Arroganz.

Wärst Du gerne einer Deiner Charaktere, wenn ja welcher und warum?
Ganz klar Jens Böttcher, mein Haupt-Prota der NEOCHRON-Reihe. Er glaubt bedingungslos an das Gute im Menschen, entscheidet aus dem Bauch heraus und löst die Probleme.

Jetzt darfst Du noch sagen was Du schon immer mal los werden wollten – egal was:
Zunächst mal möchte ich den vielen Lesern meiner Romane danken, dass sie mir die Chance gegeben haben. Weihnachten steht jetzt vor der Tür und ich würde mir wünschen, dass die Menschen einfach viel mehr Nachdenken. Nachdenken, bevor sie den Mund auf machen. Nachdenken, bevor sie etwas anklicken. Nachdenken, bevor sie mit dem Finger auf andere zeigen.
In diesem Sinne wünsche ich eine frohe und besinnliche Weihnachtszeit!

Vielen lieben Dank Andreas für Deine Zeit!
Ich wünsche Dir eine frohe und besinnliche Weihnachtszeit
und für das kommende Jahr 2018 viele gute Ideen, wie auch viel Erfolg!

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